Seine Angehörigen zu Hause pflegen: Das ist nicht nur ein emotionales Thema, sondern auch eines, das viel mit Rechten, Pflichten und natürlich auch Finanzen zu tun hat. Wer sich entscheidet, ein Stück seines Privatlebens für die Pflege von Angehörigen zu Hause zu opfern, hat natürlich auch etliche Rechte. Das Problem: Viele Pflegende kennen diese gar nicht.

Dabei gibt es für die Pflege zu Hause zahlreiche betreuerische, aber auch finanzielle Entlastungen, die den Alltag mit einer pflegebedürftigen Person um so vieles leichter machen können. Man muss sie nur kennen. Niemand kann – je nach Höhe der Pflegebedürftigkeit – die Pflege auf Dauer im Alleingang bewältigen. Daher ist es unglaublich wichtig, vorab genau zu schauen, ob die Pflege zu Hause tatsächlich langfristig und in vollem Umfang gewährleistet ist.

Machen Sie sich vorab bewusst: Bei der Pflege zu Hause läuft nicht immer alles glatt. So können Sie selbst, aber auch die zu pflegende Person an einigen Tagen besser, aber auch schlechter drauf sein. Vielleicht brauchen Sie auch eines Tages einmal Abstand von der anstrengenden Aufgabe der Pflege. Oder Sie haben selbst Arzt-Termine oder andere persönliche Erledigungen zu machen. Was geschieht in dieser Zeit mit dem Pflegebedürftigen?

Oder sind sie vielleicht sogar selbst noch berufstätig? Dann entfaltet sich die Pflege zu Hause zu einem wahren Abenteuer – Sie brauchen ohne Frage betreuerische Hilfe von Dritten.

Viel Unterstützung für die Pflege zu Hause

Wer seine Lieben selbst pflegt, wird daher nicht allein gelassen. Es gibt eine ganze Reihe der Hilfsangebote. Zum Beispiel:

  • Betreuerische und pflegerische Hilfen
  • Hilfe für Pflegende
  • Finanzielle Unterstützung
  • Pflegehilfsmittel für die häusliche Pflege

Diese genannten Hilfsbereiche der Pflege zu Hause sind nur Oberrubriken. So zählen zum Bereich der betreuerischen und pflegerischen Hilfen zum Beispiel ambulante Pflegedienste. Diese externen Fachkräfte können helfen, indem sie grundpflegerische Tätigkeiten wie waschen, duschen, Verabreichen von Medikamenten oder Unterstützung beim Essen bieten. Wird dem Pflegenden hiervon etwas abgenommen, ist dies schon eine große Entlastung. Überdies kann bei der Pflege zu Hause auch in Sachen kochen, einkaufen oder putzen unterstützt werden.

Doch neben den eigentlich zu Pflegenden können auch die Betreuer in ihrer ständigen Belastungssituation Hilfe benötigen. Hierzu steht eine Vielzahl an Beratungen zur Verfügung. Zu ihnen zählen etwa die betreffenden Angebote der Krankenkassen und Pflegekassen. Aber auch sogenannte Pflegestützpunkte beraten kostenlos und individuell.

Finanzielle Unterstützung in der Pflege zu Hause

Leider sind sie in Sachen Pflege zu Hause ein riesiges und schwerwiegendes Thema: Die Finanzen. Stimmen sie nicht, können auch alle anderen Voraussetzungen noch so gut sein – die Pflege kann zum Albtraum mutieren. Deshalb gibt es einiges an staatlicher Unterstützung für die Personen, die sich auf das Abenteuer Pflege zu Hause einlassen. Zum Beispiel übernehmen Krankenkassen oder Pflegekassen zahlreiche Kosten. Weiterhin sollen Pflegende durch steuerliche Vergünstigungen ein wenig entlastet werden.

Die jeweiligen Ansprüche gelten natürlich nicht für jede Situation, sondern müssen im Einzelfall geprüft werden. Dennoch: Es ist für Sie als Pflegende ungemein wichtig, stets alle Möglichkeiten im Blick zu haben und Anträge zu stellen. Denn nur dann haben sie die Chance auf finanzielle Entlastung.

Sachleistungen, Pflegegeld oder andere Hilfen

Eine direkte finanzielle Entlastung bei der Pflege zu Hause bietet das Pflegegeld, welches beantragt werden muss und dessen Höhe von der des Pflegegrades abhängt. Ein Tipp ist, dass Sie das Pflegegeld auch bei Unterbrechung der Pflege beziehen können. Ein Entlastungsbetrag werden 125 Euro im Monat gezahlt, die Pflegebedürftige mit ihren speziellen Bedarfen finanziell entlasten sollen.

Pflege im angemessenen Wohnumfeld

Es liegt eigentlich auf der Hand: Pflegebedürftige brauchen ein besonders ausgestattetes Umfeld. So muss zum Beispiel Ihre Wohnung behindertengerecht und barrierefrei ausgebaut sein. Für diese sogenannten „wohnumfeldverbessernden Maßnahmen“ können Sie Zuschüsse bis zu einer Höhe von rund 4.000 Euro beantragen. Und von diesem Geld muss so einiges gemacht werden:

  • Sie können eine Badewanne zu barrierefreien Dusche umbauen lassen
  • Sie können eine Badewannentür in Ihre Badewanne einbauen lassen
  • Wenn nötig, können Sie ein Treppenlift einbauen lassen
  • Oder Sie lassen Ihre Türen rollstuhlgerecht verbreitern
  • … oder vieles mehr.

Hilfe in der Pflege zu Hause: Das Fazit

Sie sehen: Die Hilfsangebote sind zahlreich – sie müssen nicht allein durch diese schwere Zeit gehen. Die hier aufgezeigten Möglichkeiten sind nur beispielhaft. In der Praxis stehen Ihnen noch weitere Angebote zur Verfügung.

Weitere hilfreiche Artikel befinden sich in unserem Magazin für Medizin und Pflege – freie Stellen für Berufsanfänger, Einsteiger oder qualifizierte Fachkräfte finden sich in unserer Stellenbörse.

Artikel: career-people.de – Bild: Adobe Stock